Imkerverein Kempten machte sich über biotechnische Milbenentfernung bei
Honigbienen kundig

Die Mitglieder des Imkervereins Kempten – Oberallgäu e.V. informierte sich bei Vereinsmitglied
Magdalena Zintl über eine schonende Methode der Bienenbehandlung.
Zintl ist Hobbyimkerin. Sie stellte vor, wie sie diesen Schädling entfernt. Und das funktioniert, fast
gänzlich ohne die, sogar in der Bioimkerei, zugelassenen Mittel. Die Varroa ist der Hauptschädling
und Überträger von Krankheitserregern bei den Bienen und befindet sich hauptsächlich in der Brut.
Die Imkerin entnimmt aus mehreren Wirtschaftsvölkern einmalig im Zeitraum Juni bis Anfang August
sämtliche Brutwaben. Die Völker sind jetzt Brut frei und damit auch fast ohne Milben. Die Bienen
haben noch genügend Zeit neue Brut anzulegen und gesunde Winterbienen aufzuziehen. Je nach
erneutem Milbenbefall muss dann nur eine Herbst- bzw. Winterbehandlung stattfinden. Die
entnommenen Brutwaben werden in einer Bienenbeute zusammengesetzt und bilden einen neuen
Ableger. Der muss allerdings unbedingt mit einer zugelassenen organischen Säure behandelt werden.
Mit dieser Methode kann den Wirtschaftsvölkern mindestens eine Behandlung erspart werden.
Hauptberuflich bewirtschaftet Magdalena Zintl den Demeter - Ziegenhof in Kreuzthal mit über 50
Ziegen. Außerdem betreibt sie Alpwirtschaft mit Jungrindern im Sommer und einer kleinen
Mutterkuhhaltung. In der eigenen Käserei wird Ziegenkäse produziert und vermarktet.
Zintl berichtete über die Geschichte der Adelegg, so heißt das kleine Vorgebirge zwischen Kempten
und Isny. Ursprünglich waren Glasbläser hier zu Hause. Es wurden die Wälder gerodet, weil das Holz
als Energie für die Glasherstellung benötigt wurde. Auf den steilen Wiesen entstanden
Landwirtschaften bis in eine Höhe von 1129 Metern. Später wurde mit der Wiederaufforstung
begonnen. Aber schnell hat man die Wichtigkeit dieser kleinzelligen freien Felder erkannt. Hier
blühen verschiedenste Wildblumen. Nur durch Alpwirtschaft wird ermöglicht, dass durch Bäume und
Sträucher nicht alles wieder zuwächst. Am besten geschieht das durch Ziegen. Sie kommen mit
jedem Gelände zurecht.
Zintl betonte das Zusammenspiel ihrer Tiere und den Nutzen für die Natur. Die Ziegen halten die
Flächen frei von hohem Bewuchs. Wildblumen können sich ausbreiten. Dadurch werden Insekten wie
Wildbienen, Käfer und Schmetterlinge angezogen. Sie vermehren sich und bestäuben zusammen mit
den Honigbienen diese Blüten. Den in der Adelegg lebenden Tieren wird auf diese Weise
abwechslungsreiche Nahrung angeboten. Ein Kreislauf, der die Biodiversität deutlich steigert.